Klassifizierung von Schwierigkeitsgraden

Klassifizierung von Schwierigkeitsgraden bei Offroad-Reisen

Damit Offroad-Reiseveranstalter und Geländewagen-Fahrer eine einheitliche und transparente Klassifizierung von Schwierigkeitsgraden bei Offroad-Reisen zur Hand haben, hat der Verband der Offroad-Reiseveranstalter Deutschlands folgende Einteilung geschaffen.

Dabei gilt, dass bei einer Offroad-Reise natürlich nicht ständig über die ganze Strecke im gleichen Schwierigkeitsgrad gefahren wird. Der Schwierigkeitsgrad bezieht sich immer auf die schwersten Passagen der Reise.

Schwierigkeitsgrad 1: „sehr leicht“
Geeigneter Fahrzeugtyp: SUV und Geländewagen*
Bereifung: Standardbereifung**
Erforderliche Ausrüstung: keine
Offroad-Erfahrung des Fahrers: keine besondere Erfahrung erforderlich
Streckencharakter: kleine Straßen und einfache Schotterpisten
Karosseriekontakte: keine zu erwarten


Schwierigkeitsgrad 2: „leicht“
Geeigneter Fahrzeugtyp: SUV und Geländewagen
Bereifung: Standardbereifung
Erforderliche Ausrüstung: keine
Offroad-Erfahrung des Fahrers: keine besondere Erfahrung erforderlich
Streckencharakter: grobe, erodierte Pisten, schmale Bergstrecken, Bachdurchfahrten bis 30 cm
Karosseriekontakte: keine zu erwarten

Schwierigkeitsgrad 3: „mittel“
Geeigneter Fahrzeugtyp: Geländewagen
Bereifung: Standardbereifung, besser AT-Reifen (All-Terrain-Reifen)
Erforderliche Ausrüstung: keine
Offroad-Erfahrung des Fahrers: keine besondere Erfahrung erforderlich
Streckencharakter: grobe, erodierte Pisten, schmale Bergstrecken, Bachdurchfahrten  bis 30 cm, leicht schlammige Passagen, Hohlwege, leichte Geröllfelder
Karosseriekontakte: evtl. Kontakt zu Büschen

Schwierigkeitsgrad 4: „schwer“
Geeigneter Fahrzeugtyp: Geländewagen
Bereifung: AT-Reifen, besser MT-Reifen (Mud-Terrain-Reifen)
Erforderliche Ausrüstung: Unterfahrschutz im Frontbereich, Abschleppöse vorne und hinten mit passendem Schäkel, Bergegurt (Schnorchel nur bei bestimmten Reisen***)
Offroad-Erfahrung des Fahrers: Der Fahrer beherrscht den Umgang mit Allrad-Antrieb und Untersetzung, er hat bereits erste Erfahrungen im Gelände bei Offroad-Reisen oder Offroad-Trainings gesammelt.
Streckencharakter: sehr grobe, stark erodierte Pisten, schmale Bergstrecken,
leichte Flussdurchfahrten bis 50 cm, schlammige Passagen, Wasserlöcher bis 50cm, Hohlwege mit Erosionsrinnen, Felsstufen, Geröllfelder, steile Auf- und Abstiege, Verschränkungspassagen
Karosseriekontakte: Kontakt zu Büschen, Bodenkontakt


Schwierigkeitsgrad 5: „sehr schwer“
Geeigneter Fahrzeugtyp Geländewagen
Bereifung MT-Reifen
Erforderliche Ausrüstung Unterfahrschutz im Frontbereich, Abschleppöse vorne und hinten mit passendem Schäkel, Bergegurt, Seilwinde, Umlenkrolle mit passendem Schäkel, Baumankergurt (Schnorchel nur bei bestimmten Reisen***)
Offroad-Erfahrung des Fahrers: der Fahrer beherrscht den Umgang mit Allrad-Antrieb,  Untersetzung und Seilwinde, er hat bereits Erfahrungen im schweren Gelände bei Offroad-Reisen oder mehrtägigen Offroad-Trainings gesammelt
Streckencharakter: sehr grobe, stark erodierte Pisten, sehr schmale Bergstrecken, Flussdurchfahrten, tiefe, schlammige Passagen, tiefe Wasserlöcher, Hohlwege mit tiefen Erosionsrinnen, Passagen, die nur mit Hilfe einer Seilwinde bewältigt werden können, große Felsstufen, grobe Geröllfelder, sehr steile Auf- und Abstiege, schwere Verschränkungspassagen, Passagen mit Seitenneigung
Karosseriekontakte****: intensiver Kontakt zu Büschen, Bodenkontakt, evtl. Seitenkontakt


Erläuterungen:

* SUV und Geländewagen
Nach der Definition des Verbandes der Offroad-Reiseveranstalter Deutschlands sind:

SUV
(Sport Utility Vehicle) Fahrzeuge der „PKW-Klasse“ mit Allrad-Antrieb, ohne Untersetzungsgetriebe, und einer Bodenfreiheit von unter 20cm und einer Wattiefe von unter 50cm.

Geländewagen sind Fahrzeuge der „PKW-Klasse“ mit Allrad-Antrieb und Untersetzungsgetriebe, einer Bodenfreiheit von min. 20 cm und einer Wattiefe von min. 50cm.

Bei Geländewagen mit Anhängern oder mit aufgesetzten / angebauten Wohnkabinen verändern sich die Fahreigenschaften im Gelände erheblich.
Diese Fahrzeuge fallen deshalb nicht unter den Begriff “Geländewagen” im Sinne dieser Begriffsbestimmung.

Bei der mittlerweile großen Vielzahl von Allrad-Fahrzeugen gibt es Fahrzeuge, wo sich diese Angaben überschneiden und Fahrzeuge, die nicht eindeutig einer bestimmten Kategorie zuzuordnen sind. Um eine grobe Orientierung zu ermöglichen, reicht diese Definition aber aus. Halten Sie im Zweifelsfall mit ihrem Offroad-Reiseveranstalter einfach Rücksprache.

** STANDARDREIFEN sind Reifen, mit denen die Fahrzeuge in der Grundausstattung ausgeliefert werden. Es kann sich um Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen handeln. Sogenannte „Niederquerschnittsreifen“ mit reiner Straßenorientierung sind für Offroad-Reisen ungeeignet.

*** SCHNORCHEL: Flussdurchfahrten bei Offroad-Reisen, die man wirklich nur mit einem Schnorchel durchführen kann, sind eher selten. Sollte die Reise in einer Region mit wirklich schwierigen und tiefen Flussdurchfahrten stattfinden (z.B. Island), wird der Veranstalter ausdrücklich auf die erforderliche Ausstattung mit Schnorchel hinweisen. Wenn bei der Angabe des Schwierigkeitsgrades kein Schnorchel vom Veranstalter ausdrücklich verlangt wird, ist für die jeweilige Reise auch kein Schnorchel erforderlich.

**** KAROSSERIEKONTAKTE: Diese Angaben basieren auf durchschnittlichen Erfahrungen bei der jeweiligen Tour. Durch spezielle Wetterlagen und Naturereignisse (z.B. starker Regen mit stark rutschigen Bodenverhältnissen), durch das persönliche Fahrvermögen des Reiseteilnehmers, oder schlichtweg durch ein Missgeschick, können auch andere Situationen eintreten. Das gilt für alle 5 Schwierigkeitsgrade.

Diese Hinweise wurden sorgfältig erwogen und geprüft, eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden.

Offroad-Reiseveranstalter dürfen diese Klassifizierung in ihren Prospekten und auf ihren Internetseiten verwenden, wenn in Prospekten ein Hinweis auf diese Quelle und auf Internetseiten ein Link auf diese Quelle angebracht wird.

© Copyright 2018 – Verband der Offroad-Reiseveranstalter Deutschlands